LC, Kapitel 1 – eine Fremde in der Stadt


„Das hat man also davon wenn man bei einer Haushaltsversicherung unterversichert ist und einem die Bude unterm Hintern wegbrennt“, denkt sich Alexis und kann ihren Frust kaum unterdrücken. Nicht schon genug, dass ihr Ehemann Edward (Knight, von Blütenhonig) und der gemeinsame Sohn Marvin durch den schlimmen Haushaltsbrand ihr Leben lassen mussten, nein auch das komplette Hab und Gut von Alexis ist verbrannt. Nun steht sie da, mit lapidaren § 2.000,00 Simoleons als Versicherungsabfindung – und damit soll sie sich ihr Leben wieder aufbauen?


Frustriert nimmt die Sima am lila Schmetterlings-Klappstuhl platz und macht sich ein kleines Feuerchen (als hätte sie nicht schon genug vom Feuer gehabt ^^) . Wie sollte es auch anders sein .. wird prompt ihre Hand an gesenkt – also wenn das kein Zeichen ist, dann weiß ich auch nicht ;).


Komplett fertig mit der Welt entscheidet sich Alexis dann einen Spaziergang durch die neue Nachbarschaft zu unternehmen, vielleicht bekommt sie ja dadurch ihren Kopf frei und trifft bei dieser Gelegenheit auch noch ein paar nette Nachbarn? Wie es das Schicksal so will, trifft sie tatsächlich auf eine Sima – doch auch wenn Alexis gerne Kontakte knüpfen möchte, kann sie sich nicht dazu aufrappeln ein freundliches Gesicht an den Tag zu legen, zu schlimm waren einfach die Ereignisse in letzter Zeit um einen auf „Friede-Freude-Pustekuchen“ –zu machen. Mit herabhängenden Mundwinkeln begrüßt sie die Schwarzhaarige und versucht so neutral wie möglich ein Gespräch anzufangen.


Doch leider kommt es wieder nur auf das „eine Thema“ raus – nein nicht Techtelmechtel ^^ .. sondern das tragische Ereignis, dass ihr kürzlich wiederfahren ist. Sie kann einfach nicht anders und muss der Sima ihre traurige Geschichte auf´s Aug drücken. „Jetzt höre mal zu, glaubst du wirklich ich möchte mir von jedem Dahergelaufenen die Lebensgeschichte anhören? Ich hab echt Besseres zu tun, ciao .. such dir einen Seelenklemptner oder so, dem kannst du die Ohren vollheulen.“, blafft die Sima Alexis an und stapft davon.


Den Tränen nahe entfernt sich die stehengelassene Alexis vom Weg und sucht sich eine ruhige Stelle zum Angeln. Nichts geht über das Angeln – hier kann man seinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen, die Natur genießen und nebenbei auch noch das Abendmahl fangen (wenn man Glück hat) ;). Alexis beobachtet die Sonnenstrahlen wie sie sich im See spiegeln, diesen in ein wunderschönes Glitzermeer verwandelt und triftet mit ihren Gedanken ab.


.. Sie kann es kaum glauben, dass ihr geliebter Mann und Sohn nicht mehr unter den Lebenden weilt, es ist also wäre es gestern gewesen, wie sie Edward noch einen heißen Kuss auf die Lippen gedrückt hat, seinen muskulösen und braun gebrannten Körper an ihrem spürte und es kaum erwarten konnte, dass ihr Sohn Marvin zu seinem besten Freund Traver zum Spielen ging, um Zeit zu zweit mit ihrem Liebsten zu verbringen und sich in ihrem gemeinsamen Ehebett den Gefühlen hinzugeben ..


Durch einen stechenden Schmerz in der Herzgegend kommt Alexis wieder ins Hier und Jetzt zurück, kopfschüttelnd distanziert sie sich vom Teich – anscheinend ist es aktuell keine gute Idee zu Fischen, denn zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Liebsten wieder in ihr Unterbewusstsein drängen und dadurch ihr verwirrendes Gefühlsleben noch mehr aus den Angeln gehoben wird.
Aus diesem Grund macht sie sich auf den Weg um Steine und Pflanzen zu sammeln, denn diese kann sie dann verkaufen und sich vielleicht über Kurz oder Lang ein richtiges Dach über den Kopf leisten. Manch einer würde sich wohl einen Job suchen, aber Alexis hatte weder eine Lehre gemacht noch eine höhere Ausbildung genossen, sie bekam gleich nach der Pflichtschule ein Kind mit ihrem damaligen Freund Edward, den sie dann auch kurz darauf heiratete – ab da an war sie nur mehr Hausfrau und Mutter.


Nach dem sie ihre schweißtreibende Arbeit mit Meißel und Hammer erledigt und den Stein, der sich als Alabaster entpuppte, von seinem Gesteinsbrocken befreit hat – blickt sie auf und sieht Mitsims, die sich gerade an den leckeren Hotdogs und Hamburger zu schaffen machen.


Magenknurrend setzt sich Alexis zu den Fremden und begrüßt diese schüchtern, „Hy, ich bin Alexis – ich möchte mich nicht aufdrängen, aber ich habe so einen Hunger. Macht es euch was aus wenn ich mich zu euch setze und auch einen Happen esse?“. Die ältere Herr ignoriert sie komplett und würdigt sie keines Blickes, die nette Blonde neben ihr begrüßt sie jedoch mit einem freundlichen Lächeln und schiebt ihr wohlwollend einen Teller Hotdog vor die Nase. Dankbar verschlingt Alexis den Hotdog in null Komma Nichts, begibt sich dann aber wieder auf den Weg – denn dieser komische Alte jagt ihr einen Schauer über den Rücken.


Auch wenn sie so schnell wie möglich von dem Glatzkopf weg will, so möchte sie dennoch den Baumstamm abchecken, vielleicht verbirgt sich darin ja ein seltener Frosch den sie verkaufen kann oder noch besser ein Schatz ^^.


Alexis setzt ihren Spaziergang fort und kommt an einem öffentlichen Pool vorbei, der liebevoll angelegt ist und auch eine Strandbar beherbergt. Natürlich lässt sie sich das kühle Nass nicht entgehen und springt ins Wasser, vielleicht kann ja die Abkühlung auch ihr erhitztes Gemüt besänftigen. Langsam aber doch entspannen sich ihre angespannten Muskeln durch das Wasser und eine innere Ruhe macht sich in ihr breit, auch wenn sie den Tod ihrer Lieblinge nicht mehr rückgängig machen kann, so muss sie wieder nach vorne schauen und ihr Leben so gut es geht weiterleben.


Als sie sich gerade mit ihrem Schicksal abfindet oder es zumindest hinzunehmen versucht, rennt ein Mann in Unterhosen an ihr vorbei und zieht ihren Blick auf sich.


„Hy, ich möchte ja nicht neugierig sein – aber warum rennen Sie in Unterhosen rum? Sind sie auf der Flucht oder wie?“, fragt Alexis neugierig und winkt dem Fremden zu.


Angespannt steht sie dem Fremden gegenüber und bedauert ihre Entscheidung ihn angesprochen zu haben schon wieder, wie befremdlich muss es denn sein – wenn man einfach von irgendjemanden Dahergelaufenen auf sein Outfit doof angesprochen wird. Wenn der Typ in Unterhosen rumrennen will dann soll er doch – so lange er keinen auf FKK macht ^^.


„Ähmm sorry, ich wollte nicht aufdringlich sein – vergessen Sie meine Frage einfach wieder. Ich, ich weiß nicht .. irgendwie stehe ich neben mir. Wissen Sie mein Mann und mein Kind sind gerade erst verstorben und naja mein Haus ist abgebrannt und ich wohne nun in einem Zelt – das ist eben verdammt viel Stress auf einmal für mich, verstehen Sie?“, erklärt sich Alexis und tatscht dem Fremden versöhnlich auf die Schulter.


Dieser sieht sie aber nur argwöhnisch an und nimmt Reiß aus. Alexis ruft dem Fliehenden noch kurz eine Entschuldigung zu, doch dieser ignoriert ihre Zurufe und rennt unbeirrt weiter. Resigniert begibt sich Alexis, die nun schon wieder mitten im Gespräch stehen gelassen wurde, weiter den Weg entlang und kommt zu einem schnuckligen Café.


Voller Zuversicht lässt sie sich an einem kleinen Tisch nieder und betrachtet das kleine Café, auch wenn sie sich keine Torte leisten kann – so kann sie sich doch zumindest kurz ausruhen. Die Bedienung scheint sich anscheinend über den neuen Gast zu freuen und nimmt ihr gegenüber Platz. Alexis kann sich das Lächeln nicht verkneifen, endlich nimmt einmal ein Sim mit ihr Kontakt auf und nicht umgekehrt.


Doch die Freude währt nicht lange – „Was soll das heißen du kannst dir keinen Kaffee leisten? Warum sitzt du dann hier und verschwendest wertvollen Platz – den zahlende Kunden gerne besetzen wollen? Verschwinde du Nichtsnutz, ruhe dir wo anders deinen faulen Hintern aus!“, schimpft die Angestellte und verweist die arme Alexis aus dem Laden.


Traurig stapft sie aus dem Kaffee und vernimmt noch Flüche von der gemeinen Rothaarigen beim Hinausgehen. „Diese Stadt ist einfach ein Horror“, denkt sie sich gerade und erblickt plötzlich einen attraktiven Mann. „Hy, mein Name ist Alexis Grey – ich bin neu hier in der Stadt und würde gerne nette Bekanntschaften schließen.“, grüßt sie den Fremden und legt ihr schönstes Lächeln auf.


„Ja hey, was sehen meine Augen da – du bist ja ein ganz liebreizendes Schnittchen. Aha, Bekanntschaften willst du also schließen – also wenn´s nach mir ginge, könnten wir uns gerne im Bett näher kennen lernen.“, baggert er Alexis unverfroren an und wirft ihr einen lasziven Blick zu. „Ähm,.. naja also mit Bekanntschaften habe ich eigentlich ein bisschen was anderes gemeint. Ich bin verheiratet – also nichts für Ungut, aber nein danke.“, gibt sie ihm zur Antwort, macht eine entschuldigende Geste und geht schnell ihres Weges.


„Oh Gott wie peinlich“, denkt sie sich „dieser Tag war der blanke Horror und der Typ hat dem Ganzen noch eine Kirsche draufgesetzt. Ich möchte einfach nur mehr ins Bett – *räusper* in mein Zelt.“ Vom Tag gezeichnet begibt sie sich also wieder auf den Heimweg und verkrümelt sich in ihr Kunststoff-Haus und möchte dieses nie wieder verlassen. Mit dem Gedanken „dieser Ort ist schrecklich“ schläft sie schließlich ein.